Das Gut

Uns liegt viel daran den Charakter des denkmalgeschützen Gutes weiterzuführen...

5-Sterne Pensionsbetrieb (FN)

Nach Art mittelalterlicher Wasserburgen war Winkelhausen früher einmal mit beträchtlichen Festungswerken, Wallgräben und sogar unterirdischen Gängen versehen.
Erste Erwähnung findet der Rittersitz bereits im 12. Jahrhundert - nach ihm nannten sich auch seine Eigentümer, die Ritter bzw. Grafen von Winkelhausen.

Seit 1909 wird das Gut von der Familie Sonnen bewirtschaftet und ging 2002 in den Besitz von Karl und Ursula Sonnen über.

1967 wurde die letzte Milchkuh abgeschafft und die Stallungen für Pferde umgebaut. Zurzeit bieten wir 55 große und helle Boxen sowie zwei Gruppenlaufställe für bis zu 25 Isländer.

Hubertuskapelle

Zum Gut gehört auch die denkmalgeschützte Kapelle (um 1668), die dem Heiligen Hubertus, dem Patron der Jäger, geweiht war.

Hier kamen die adeligen Jagdherren, Förster und Treiber zusammen, um vor dem Altarbild des heiligen Hubertus ein Gebet zu verrichten, wenn zur Jagd geblasen wurde.

Über dem Türsturz sehen wir das zusammengeführte Wappen der Grafen von Winkelhausen(Teerfackeleisen) und der Freiherren von Wachtendonk (Stern).

Schon Brandenburger und Franzosen hausten im alten Rittersitz

Die wechselvolle Geschichte des Gut Groß-Winkelhausen
Von P. HERDER

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Wenn wir von Burgen sprechen, denken wir immer nur an diejenigen
Schlösser, die von stolzen Höhen herunterschauen und vergessen dabei,
dass es eine ganze Anzahl einst ritterbürtiger Sitze im weiten Flachland
gibt, die unbedingt beachtenswert sind. Vergessen, wie die meisten Burgen
am Niederrhein, liegt auch Haus Winkelhausen, jetzt nur noch ein
Bauerngut, in der Nähe von Huckingn.

Interessant sind die Burgen des Flachlandes aus dem einen Grunde, weil sie sich oft besser erhalten haben als die auf den Bergen, weil sie in Kriegszeiten den feindlichen Truppen nicht so sehr in die Augen stachen. Nicht war die schroffe Bergeshöhe diesen Burgen ein Schutz, sondern der breite Wassergraben, der öfter die Burgen in doppeltem Kranze umgab.

Der Name Winkelhausen deutet schon darauf hin, dass das feste Haus in einer waldreichen Gegend errichtet worden ist. Aber schon früh begann man mit der Rodung, die Wälder verwandelten sich in üppige Felder, so wurde aus der Burg ein Gut. Da um die Burg keine Wälder mehr lagen, war der Rittersitz Winkelhausen an der Buchholzer Gemark beteiligt.

Zuerst hören wir von Winkelhausen im Jahre 1288. In diesem Jahre wird es als ein adliger Sitz genannt. Zu jener Zeit war es im Besitz der Herren von Winkelhausen; sie nannten sich alle nach der Burg. Ein Johann von Winkelhausen wird 1334 als Burggraf von Kaiserswerth genannt, während ein anderer Johann 1400 Amtmann zu Benenburg war, er wird in einer Urkunde als Zeuge genannt.

Dann hören wir lange Zeit kaum etwas von dem Rittersitz. Aus den Rittern waren sesshafte Gutsbesitzer geworden. Nur in den verschiedenen Ämtern finden wir die Herren von Winkelhaus wieder. So war 1622 Wilhelm von Winkelhausen Amtmann zu Angermund, mit welchem Amt ihm dort die Gerichtsbarkeit unterstand. Dass die Besitzer von Winkelhausen auch öfter nach Düsseldorf kamen, besonders zu den Landtagen, bezeugt, dass sie dortselbst ein eigenes Haus besaßen. Es ist uns bekannt, dass dem Junker von Winkelhausen im Jahr 1632 das Haus Liefergasse 22 gehörte, die „Krim” genannt. Dieser Adelshof ist 1913 abgebrochen worden. Die Freiin Johanna Maria von Winkelhausen brachte das Gut 1655 an ihren Gatten Arnold Freiherr von Wachtendonk.

In der folgenden Zeit hören wir den Namen Winkelhausen nur dann, wenn feindliche Gruppen die Burg besetzten oder gar brandschatzten. Im Kriege gegen Ludwig XIV. von Frankreich unternahmen 1651 die Brandenburger einen Streifzug nach Winkelhausen, wobei das feste Haus schwer beschädigt wurde. In den Kämpfen 1689 und 1690 erhielt Winkelhausen eine Besatzung von 70 Reitern und 100 Fußsoldaten. Zwar wies anfänglich der Freiherr von Wachtendonk, der Besitzer der Burg und auch des Schlosses zu Kalkum, die Truppen ab, da sie keinen Befehl von Kurprinz Johann Wilhelm anzeigen konnten. Später kam jedoch von Düsseldorf Befehl, die Truppen aufzunehmen, welche nun bis Juni dort verblieben. Als sie von dannen zogen, hatte die Burg schwer gelitten. Der Landtag bewilligte dann eine Entschädigungssumme von 600 Reichstalern.

Die Schäden der Winkelhausenschen Güter durch die Franzosenbesatzungen in dem Schlesischen Kriege 1741 betrugen allein 16.481 Reichstaler.
Der Torbau mit dem barocken Portal und ein Teil der Wohngebäude entstammen dem 17. Jahrhundert. Wie reich die Gegend ehemals an Wild war, bezeugten bis vor wenigen Jahren die Hirschläufe, die an den beiden Torflügeln angenagelt waren. Jetzt sind es nur noch wenige. Gegenüber dem Eingang der Burg liegt auf der rechten Angerseite eine kleine im Barockstil errichtete Schlosskapelle. Die Burg ist jetzt im Besitz der Fürsten von Hatzfeld.

Das feste Haus Winkelhausen gehört zur Pfarre von Wittlaer. Bis ins 19. Jahrhundert hinein führte die Pfarrprozession am Fronleichnamstage durch die ganze Pfarre bis zur Kapelle von Winkelhausen, wo die Mittagsrast eingelegt wurde. Zu diesem Zweck waren um die Kapelle eine Reihe Buden errichtet, in denen die Mitglieder der Prozession sich erfrischen und allerlei Krimskrams kaufen konnten. Dieses war dann die Winkelser Kirmes.

Wer Haus Winkelhausen einmal besuchen will, der gehe am besten im Spätsommer, wenn das Getreide schwer auf den Feldern steht und fleißige Hände beschäftigt sind, die Ernte hereinzuholen. Dann wird man verstehen, warum dort am Niederrhein so viele Rittersitze sind.

© Düsseldorfer Heimatblätter

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Im Rittersitz hausen heute Hobby-Reiter

Der Sonnenhof zieht alle an – Gut Groß-Winkelhausen ist mehr als 700 Jahre alt
Von HARALD JESCHKE

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„Wir sind nun schon in der dritten Generation hier, fühlen uns pudelwohl." Wenn man Ursula Sonnen vor „ihrem" Gut Groß-Winkelhausen gegenübersteht, zweifelt man nicht an dieser Aussage. Das von den Nachbarn in „Sonnenhof" umgetaufte Anwesen ist ein ehemaliges Rittergut, steht unter Denkmalschutz. Schon im 13. Jahrhundert wurde der herrschaftliche Sitz erwähnt, ist heute im Besitz des Grafen von Hatzfeld, der seinen Stammsitz in Wissen an der Sieg hat.

Wer von Duisburg aus auf der Stadtautobahn in Richtung Süden fährt, hat an der Einmündung der A59 in die B288 direkten Blick auf die malerisch an Hügel geschmiegte Gebäude. Idyllisch die Lage des alten Rittergutes, in Sichtweite der B288 und der Stadtautobahn, deren Verlängerung die Zukunft der Güter Groß- und Klein-Winkelhausen entscheidend beeinflussen kann. Der Bau der neuen B8 soll unmittelbar durch das Gelände der Güter führen.

Die Lage der beiden Güter am Winkel der Anger sorgte für den Namen Winkelhausen. Von der B8 kommend, schlängelt sich der Verloher Kirchweg bis zur Hubertus-Kapelle vor der Toreinfahrt zu Groß-Winkelhausen. „Die Kapelle wird auch heute noch zu Trauungen und Taufen genutzt", weiß Agrar-Ingenieurin Ursula Sonnen. Die Adligen hatten die Kapelle dem Heiligen Hubertus gewidmet, trafen sich hier vor der Jagd zum Gebet mit Förstern und Treibern.

Der Eingang zum Herrenhaus führt durch einen Torbogen, der im Jahre 1668 entstand und das gräfliche Wappen trägt. Wassergräben umgeben den Rittersitz. „Unter den Weiden wurden einige Keller entdeckt, deren Bedeutung heute niemand mehr kennt", so die Hof-Pächterin.

Im Jahre 1271 wird erstmals ein Johann de Zeppenheim als Herr von Winkelhausen genannt. Das Siegel der Winkelhauser Herren ist ein Teerfackel-Eisen. Zu Burg und Hof von Winkelhausen gehörten ausgedehnte Acker- und Weideflächen in Rahm und Großenbaum, die Öl- und Sandmühle sowie einige Höfe der Honschaften Huckingen und Serm.

Rund 100 Hektar Ackerland werden heute von Familie Sonnen bewirtschaftet. Zum Gut gehören ein Wohntrakt, Stallungen, Scheune, zwei Außenvierecke, ein Springpferdeplatz und Weiden. Der Duisburg-Wittlaerer Reiterverein hat hier seine Heimat. „Da kommen immer einige ehemalige Mannesmann-Beschäftigte, die ihr Rentner-Dasein heute mit der Pferdepflege verbringen. Sie sind sehr engagiert", erzählt Ursula Sonnen.

Ihr Mann Karl Sonnen hatte den Hof 1980 übernommen. Gemeinsam produziert die Familie auch die „Heu-Silage", ein neues Verfahren zur Heu-Ernte. Das Heu wird mit Milchsäure-Bakterien versehen, ist besonders für Pferde mit Staub-Allergie von Bedeutung, da die Silage feucht geerntet wird und somit die Risiken ausschließt.
Eingebettet in die Speeschen und Hatzfeldschen Ländereien, behauptet sich ein paar Meter weiter von Gut Groß-Winkelhausen entfernt Karl Radmacher auf Gut Klein-Winkelhausen, dessen Besitzer er inzwischen ist. Schon im 14. Jahrhundert wird das Gut – direkt am „Dicken Busch" vor den Anlagen von Schloss Heltorf und am Flieschenacker gelegen – urkundlich erwähnt. Es erhielt ein Jahrhundert später den Lehnsfreibrief der Herzöge von Berg.

© April 1993, erschienen in der Neue Rhein Zeitung

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Wo einst die Hauptburg stand, wird jetzt geritten

Die Untere Denkmalbehörde hat anlässlich des Tags des Offenen Denkmals Fakten über Gut Groß-Winkelhausen zusammengetragen.

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Westlich des Angerbaches steht in der Landschaft zwischen Wittlaer, Angermund und Kaiserswerth der alte Rittersitz Groß Winkelhausen. Die Hofanlage wird an der Nordseite von einem alten, stark bewachsenen Graben begrenzt. Der südöstliche Grabenbereich ist bei der Hofzufahrt erhöht und aufgestaut worden, im weiteren Verlauf in seinem ursprünglichen Zustand belassen. An den anderen Seiten der Hofanlage markieren Senken ehemalige Grabensituationen.

Die Zufahrt zum Hof erfolgt von Osten über eine Brücke. Neben dem Torbau von 1668 stehen angrenzend alte Fachwerkbauten. Das Urkataster von 1804 gibt einen Hinweis auf eine zweiteilige Anlage. Neben den Wirtschaftsgebäuden der Vorburg ist an der Nordseite ein Grabenrest eingezeichnet, der die Hauptburg abgrenzte. Dieser Grabenbereich ist verfüllt. Das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege nimmt die Hauptburg etwa dort an, wo sich jetzt die große Reithalle befindet.

Die heutigen baulichen Anlagen lassen sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Der Siedlungsplatz ist allerdings deutlich älter. 1271 wird ein Johann de Zeppenheim als Herr zu Winkelhausen und 1456 Ritter Hermann von Winkelhausen urkundlich genannt.

Im Laufe der Zeit wurde die Hofanlage durch Brände beschädigt. Die letzten großen Brandunglücke in den Jahren 1906 und 1908 erforderten den Neubau der Wirtschaftsgebäude.

Schriftliche Überlieferungen sowie die Beobachtungen und Befunde lassen auf weitere im Boden verbliebene Baureste schließen. Diese zu erwartenden Befunde wären als Bodenurkunden der ältesten Siedlungsgeschichte an dieser Stelle anzusehen. Die verlandeten Grabenanlagen, die die Ausdehnung des zu schützenden Bereichs von Wasserburgen, Höfen u.ä. markieren, hatten eine Wehrfunktion und rechtliche Bedeutung. In den dort abgelagerten Schichten sind Zeugnisse des Lebens vergangener Jahrhunderte zu erwarten.

© September 1998 by: Untere Denkmalbehörde der Landeshauptstadt Düsseldorf

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Erfahren Sie mehr über die Geschichte von Gut Groß-Winkelhausen, gerne zeigen wir Ihnen Bilder aus Großmutters Photoalbum!